26.09.2026 | Workshop | Integrierte Nachkommenarbeit in NS-Gedenkstätten
Workshop: Integrierte Nachkommenarbeit in NS-Gedenkstätten
Die Veranstaltung versteht sich als Raum für kollaborativen Austausch zu Fallbeispielen und Expertisen sowie für die gemeinsame Entwicklung von Best-Practice-Leitfäden zur Arbeit mit Nachkommen in der Gedenkstättenpraxis. Der Förderverein versteht seine gegenwärtige und zukünftige Aufgabe den Nachkommen mit ihren Bedürfnissen und familiären Geschichten Raum zu geben. Wie dieses Raum-geben in einer Praxis unter anderem aussehen kann, zeigt das künstlerische Projekt Offene Archive der Hamburger Künstlerin Sigrid Sigurdsson.
Der Workshop findet am historischen Ort des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers „Stalag 326″ statt – unweit des ehemaligen Lagerfriedhofes, auf dem mindestens 15.000 Menschen ihre letzte Ruhestätte fanden.
Wir freuen uns auf einen anregenden Austausch und laden herzlich zur Teilnahme ein. Wegen der begrenzten Teilnehmer:innenzahl bitten wir um eine Anmeldung bis zum 20.09.2026.
Datum: 26.09.2026
Ort: Gedenkstätte Stalag 326 in Schloß Holte-Stukenbrock
Zeit: 10.00 Uhr bis 17.30 Uhr
Beitrag: kostenfrei
Anmeldung bei: Jens Hecker, j.hecker@stalag326.de
Anmeldeschluss: 20.09.2026
Vergessene Opfer, ungeklärte Schicksale
Lange galten die Toten als „namenlos” und die sowjetischen Kriegsgefangenen als „vergessene Opfer” – sowohl der NS-Verbrechen als auch der Entschädigungspolitik der Bundesrepublik. Eine zentrale Herausforderung und Aufgabe der seit dreißig Jahren ehrenamtlich getragenen Gedenkstätte war und ist die Schicksalsklärung. Die Rekonstruktion der Gräber und Gefangenenverläufe, die an der Gedenkstätte und weiteren Institutionen erfolgt, ist dabei weit mehr als historische Forschung: Sie gibt inzwischen tausenden Nachkommen Gewissheit über das Schicksal von Familienmitgliedern, die nie aus deutscher Gefangenschaft zurückkehrten, oder als Überlebende über ihr Schicksal schwiegen.
„Den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen”, wie es Werner Busch, der Mitgründer der Gedenkstätte einst formulierte, bleibt Leitmotiv und Antrieb der Arbeit vieler haupt- und ehrenamtlich engagierter Menschen. Schicksalsklärung ist so gesehen nie ein rein bürokratischer oder forschender Akt, sondern immer auch ein Stück Beziehungsarbeit.
Mit uns diskutieren unter anderem:
- Martina Staats – Leiterin der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel
- Corinna Bittner – Leiterin DIZ-Emslandlager
- Gerald Hartwig – Wissenschaftlicher Mitarbeiter für die Bildungsarbeit und stellvertretender Geschäftsführer, Gedenkstätte Schillstraße Braunschweig
- Elena Petuhova – Zweite Vorsitzende des Vereins Stalag Moosburg / Mitarbeiterin DRK
- Christoph Herkströter – Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)




